16.3.2. Blutsperre#
Die Blutsperre (Tourniquet) dient der temporären Unterbrechung der arteriellen und venösen Durchblutung einer Extremität, um ein blutarmes Operationsfeld zu ermöglichen.
- Prinzip
Anlage einer aufblasbaren Manschette proximal der Operationsstelle mit Druck über dem systolischen Blutdruck.
- Indikationen
Extremitätenchirurgie (z. B. Hand-, Fußchirurgie)
Orthopädische Eingriffe
Mikrochirurgie
- Durchführung
Anlage einer gut gepolsterten Manschette
Exsanguination der Extremität (z. B. Hochlagerung, Esmarch-Binde (“Auswickeln”))
Aufpumpen der Manschette ca. 100–150 mm Hg über systolischen Blutdruck
2-Manschetten-System bei der i. v.-Regionalanästhesie (Bier-Block)
- Komplikationen
Nervenschädigung
Muskelschäden durch Ischämie
Schmerzen
Reperfusionssyndrom nach Ablassen
Thromboembolische Ereignisse
- Zeitlimits
Möglichst < 90–120 min
Regelmäßige Entlastungsintervalle bei längerer Anwendung
- Kontraindikationen
Schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit
Infektionen im Bereich der Manschette
Ausgeprägte Gefäß- oder Nervenschäden
2-Manschetten-System Blutsperre für Bier-Block
Doppelmanschette für Bier-Block
Fig. 248 Blutsperren#