Koniotomie

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Koniotomie#

Eine Koniotomie ist ein Schnitt bzw. Stich durch die Haut und die Cricothyroid-Membran (Ligamentum cricothyroideum, Ligamentum conicum), um dadurch einen Atemwegszugang direkt in die Trachea herzustellen.

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Fig. 26 Anatomie des Larynx. A: Zugang für Koniotomie; B: Zugang für Tracheotomie#

[© PhilippN/Wikimedia Commons (modifiziert) ℓ CC BY-SA 3.0]

Es handelt sich um ein Notfall-Atemwegsverfahren und wird fast immer als letzter Ausweg durchgeführt, wenn eine endotracheale Intubation bzw. eine anderes alternatives Atemwegsverfahren unmöglich oder kontraindiziert ist (z. B. Can-not-ventilate-can-not-intubate-Situationen, schwere Anaphylaxie, …). Die Koniotomie ist einfacher und schneller durchzuführen als eine Tracheotomie, ist jedoch nur eine temporäre Möglichkeit eines Atemwegszugangs.

Zu tun

#8 FOTO: Nadelkoniotomiesystem “Quicktrach™”

Durchführung#

Für die Koniotomie sind verschiedene Fertig-Sets verfügbar. Die genauen Schritte sind abhängig vom verwendeten Material.

  1. Zuerst erfolgt das Ertasten der Schildknorpels (Cartilago thyroidea) und des kaudal liegenden Ringknorpels (Cartilago cricoidea) bei leicht überstrecktem Kopf.

  2. Anschließend erfolgt ein vertikaler Schnitt in Medianebene zwischen Schild- und Ringknorpel,

  3. Spreizen der Wunde und

  4. ein weiterer transversaler Schnitt durch das Lig. cricothyroideum.

  5. Anschließend wird ein Tubus eingeführt, gecufft und fixiert.

Eine Sonderform der Koniotomie ist die Nadelkoniotomie. Hier wird mit einer Kanüle durch die Haut und das Lig. cricothyroideum in die Trachea gestochen, ein Führungsdraht eingeführt, darüber die Öffnung aufgedehnt und eine Kanüle oder ein Tubus eingeführt. Die genaue Vorgangsweise unterscheidet sich je nach verwendetem Set bzw. Material.

Achtung

Die Kenntnis über das lokal vorgehaltene Material für eine Not-Koniotomie ist essentiell!

https://www.youtube.com/watch?v=51eie92OSw4 -