Arbeiten mit Medikamenten und Infusionen#

Aufziehen eines Medikamentes aus einer Ampulle#

Glasampullen lassen sich unterschiedlich öffnen: Ampullen mit einem roten Punkt haben eine Sollbruchstelle, der Daumen muss beim Aufbrechen auf dem roten Punkt liegen. Ampulle mit einem “Halsring” können nach allen Richtungen aufgebrochen werden. Beim Arbeiten muss besonderes Augenmerk auf eine sterile Arbeitsweise gelegt werden! Es kann sonst zu Infektionen kommen. Grundsätzlich soll eine Ampullenkopf nicht ungeschützt aufgebrochen werden, es besteht Verletzungungsgefahr.

Material#

  • Spritze, passende Größe

  • Kanüle(n)

  • Ampulle mit Medikament

  • Trockene Tupfer

  • Nadelabwurfbehälter

  • Ggfs. Verschlussstoppel, Permanentstift

Vorgehen#

  1. Kontrolle bevor die Ampulle geöffnet wird:

    1. Richtiges Medikament? Richtiger Wirkstoff?

    2. Richtige/erwartete Konzentration?

    3. Ablaufdatum und Inhalt: Verfärbung, Ausflockung?

  2. Öffnen der Ampulle:

    • Glasampulle:

      Ampullenspitze beklopfen, darauf achten, dass sich keine Flüssigkeit im Ampullenkopf mehr befindet

      Öffnen der Medikamenten-Ampulle mit Tupfer, roter Punkt weist zum Körper

  • Plastikampulle mit “Dreh-und-Drink”-Verschluss: Verschlussknopf abdrehen.

  1. Ampulle abstellen.

  2. Spritzenverpackung öffnen: aufschälen, Spritze in Verpackung lassen.

  3. Kanülenverpackung öffnen: aufschälen

  4. Spritze auf Kanüle aufstecken.

  5. Kanülenabdeckung entfernen (nicht abdrehen, sondern abziehen!)

  6. Kanüle in Ampulle einführen

    Beim Einführen der Kanüle in die Ampulle den Ampullenrand nicht berühren.

  7. Aufziehen des Medikamentes.

Verabreichung: Variante “Verabreichung über Venenzugang”#

  1. Kanüle händisch abziehen und in den Nadelabwurfbehälter verwerfen — Keinesfalls Kanüle am Nadelabwurfbehälter abstreifen (Kontamination)!

  2. Entlüften

  3. Wird das Medikament nicht sofort verwendet, Spritze mit Stoppel verschließen und Ampulle ankleben

  4. Spritze übergeben, Ampulle zeigen

Verabreichung: “Zuspritzen in eine Infusionsflasche”#

  1. Gummimembran desinfizieren.

  2. Kanüle nicht bis zum Schaft einstechen.

  3. Medikament zuspritzen.

  4. Beschriften der Flasche.

Verabreichung: direktes Spritzen#

  1. Kanülengröße erfragen

  2. Aufziehkanüle händisch entfernen

  3. Entlüften

  4. Spritzkanüle aufstecken

  5. Spritze mit Schutzkappe über Kanüle reichen, Ampulle zeigen

Kontrolle Kontrolle
Aufziehen mit Kanüle Aufziehen mit Kanüle
Übergabe Übergabe
Verabreichung über Venflon durch befugtes Personal Verabreichung über Venflon durch befugtes Personal

Fig. 86 Bilderserie: Medikamentengabe [© Michael Motal, ℓ MfG]#

Vorbereitung einer Infusion#

Material#

  • Infusion (Flasche, Beutel)

  • Infusionsbesteck

  • Aufhängevorrichtung

  • Alkoholhaltiges Desinfektionsmittel

  • einige saubere Tupfer

  • Permanentmarker

Vorgehen#

  1. Ggfs. Aufhängevorrichtung auf Flasche aufsetzen

  2. Abdeckung entfernen (Membranschutz)

  3. Ggfs. Wischdesinfektion der Gummimembran

    Alkoholgetränkter Tupfer kann während weiterer Vorbereitung auf Membran belassen werden.

  4. Infusionsbesteck montieren

    1. Durchflußregler schließen (Radklemme)

    2. Einstich des Tropfkammerdorns in Infusionsflasche mit geschlossenem Lüftungsventil und geschlossener Radklemme

    3. Dorn der Tropfkammer und Gummimembran der Infusionsflasche dürfen nicht berührt werden!

  5. Infusionsschlauch füllen

    1. Flasche wenden und hochhalten

    2. Tropfkammerluftventil öffnen

    3. Tropfkammer durch Zusammendrücken bis zur Hälfte füllen

    4. Konusabdeckung des Infusionsschlauchs am anderen Ende muss bei der Belüftung nicht entfernt werden

    5. Infusionsflasche und Ende des Infusionsschlauchs mit nicht dominanter Hand halten

    6. Radklemme öffnen

    7. Infusionsschlauch entlüften

    8. Radklemme schließen

Infusionsbesteck Infusionsbesteck
Beispiele für Infusionsbeutel und -flaschen Beispiele für Infusionsbeutel und -flaschen

Fig. 87 Bilderserie: Infusion [© Christoph Pallinger, ℓ MfG]#

Der Dorn des Infusionsbestecks mit der Tropfkammer wird an der Infusionsflasche oder -beutel befestigt, die Tropfkammer ca. bis zur Hälfte gefüllt. Der Dorn des Infusionsbestecks mit der Tropfkammer wird an der Infusionsflasche oder -beutel befestigt, die Tropfkammer ca. bis zur Hälfte gefüllt.
Mit der Radklemme wird die Inf eschwindigkeit reguliert. Mit der Radklemme wird die Inf eschwindigkeit reguliert.
Mittels eines 3-Weg-Hahns können weitere Infusionen angeschlossen werden. Mittels eines 3-Weg-Hahns können weitere Infusionen angeschlossen werden.
Schlussendlich wird die Infusion an einem Zugang zum Patienten angeschlossen, hier an einer peripheren Venenverweilkanüle. Schlussendlich wird die Infusion an einem Zugang zum Patienten angeschlossen, hier an einer peripheren Venenverweilkanüle.

Fig. 88 Bilderserie: Infusion [©Sebastian Gabriel, ℓ MfG]#