Pharmakotherapie#
Die Gabe von Medikamenten ist eine Routinemaßnahme während der Reanimation. Typischerweise erfolgt die Medikamentengabe über eine periphere Venenverweilkanüle (Venflon, Braunüle). Sinvollerweise wird standardmäßig auch eine Infusion mit kristalloider Infusionslösung (Kochsalz-, Ringerlösung, Ringerlaktat, Elo-Mel isoton™) angeschlossen, um eine schnelle Spülung zu ermöglichen.
Sollte die rasche Anlage einer solchen nicht gelingen, kann als Alternative ein intraossärer Zugang mittels spezieller Hilfsmittel gelegt werden. Früher war es auch üblich, Medikamente über einen Endotrachealtubus (ET) zu geben, dies wird nicht mehr empfohlen.
Wirkstoff |
Erläuterungen |
Indikation |
Spezialitäten |
|---|---|---|---|
Adrenalin |
Vasokonstriktor |
Schockbarer Rhythmus Nicht-schockbarer Rhythmus |
Suprarenin™ (1:1.000, 1 mg = 1 ml) L-Adrenalin (1:10.000; 1 mg = 10 ml) |
Amiodaron |
Antiarrhythmikum Kl. III |
Schockbarer Rhythmus |
Sedacoron™ |
Atropin |
Antiparasympathomimetikum |
Seit 2010 kein Standardmedikament |
Atropinum sulfuricum (0,5 mg / mL) |
Medikament |
Schockbarer Rhythmus |
Nicht-schockbarer Rhythmus |
|---|---|---|
Adrenalin |
1 mg i.v. Erstmals nach dem 3. Schock Wiederholen nach jedem ungeraden Schock |
1 mg i.v. sobald venöser Zugang etabliert ist Wiederholen alle 3–5 min (4 min) |
Amiodaron |
300 mg i.v. einmalig nach dem 3. Schock Evtl. einmalig 150 mg i.v. repetitieren |
Nicht indiziert |
Monitor-Bild während einer Reanimation im AED-Modus: Ventrikuläre Tachykardie und Bewegungsartefakte durch die Herzdruckmassage.
Während einer Reanimation kann viel Adrenalin verbraucht werden.
Fig. 131 Bilderserie: Reanimation#