Schaufeltrage#
Die Schaufeltrage wird primär für das Umlagern von liegenden Patienten mit dem Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule, des Beckens oder des Oberschenkels verwendet. Sie ermöglicht eine möglichst bewegungsfreie und schmerzarme Rettung bzw. Umlagerung. Das Anwendungsgebiet ist jedoch sehr vielfältig. Es reicht vom sicheren Transport in unwegsamem Gelände bis zum Retten aus einer LKW-Kabine.
Letztendlich soll der Patient zwecks Schienung auf einer Vakuummatratze gelagert werden. Je nach Fabrikat kann der Patient jedoch auch direkt auf einer Schaufeltrage (ohne Verwendung einer Vakuummatratze) immobilisiert werden, dazu werden spezielle Gurte und Kopfstützen benötigt.
Die Schaufeltrage setzt sich aus 2 Längshälften zusammen; die Fußteile sind längenverstellbar. Die Kopfteile haben eine fixe Länge. Sollte der Patient größer als die Trage sein, müssen Kopf und Oberkörper auf jeden Fall trotzdem auf der Trage zu liegen kommen. Ausnahme: Beinverletzung, bei der eine Wirbelsäulenverletzung ausgeschlossen werden kann. Die Schaufeltrage kann vielfältig eingesetzt werden:
Retten und Aufschaufeln eines Patienten (Aufschaufeln mittels Schaufeltrage)
Umlagern eines Patienten (Umlagern mittels Schaufeltrage)
Immobilisation direkt auf der Schaufeltrage (manche Modelle) (Immobilisation auf der Schaufeltrage)
Bemerkung
Das Spineboard ist in vielen Fällen eine Alternative zur Schaufeltrage .
Aufschaufeln mittels Schaufeltrage#
Material und Personal#
Mindestens 2 Helfer, besser 3 Helfer
Schaufeltrage
Gurte für Schaufeltrage
Vorgehen#
Schaufeltrage neben Patienten in zusammengebautem Zustand auf die richtige Länge einstellen. Sollte ein Patient zu groß sein, müssen Kopf und Oberkörper auf jeden Fall trotzdem auf der Trage liegen!
Vorsicht: Markierung der max. Länge bei Schraubmodell.
Öffnen der Trage: Schnappverschlüsse; je nach Methode nur den unteren oder beide öffnen.
Aufschaufeln:
1. Methode: Fußseite offen, Patient wird von oben kommend wie auf eine Schere aufgeladen, die Trage unter ihm geschlossen, dabei stabilisiert ein 3. Helfer den Kopf. Abschließend Kontrolle des sicheren Schlusses!
Diese Methode ist besonders bei Becken- und Oberschenkelverletzungen sinnvoll und der zweiten Methode vorzuziehen da der Patient nicht am Becken bewegt wird.
2. Methode: Beide Teile sind getrennt.
Der Patient wird leicht an Schulter und Hüfte abwechselnd zur Seite gedreht, dabei stabilisiert ein 3. Helfer den Kopf und folgt der Drehbewegung achsengerecht. Die jeweiligen Tragenteile werden während der Drehbewegung unter den Patienten geschoben.
Die Hälften werden zuerst am Kopf-, dann am Fußende geschlossen.
Abschließend wird eine Kontrolle des sicheren Schlusses durchgeführt.
Angurten: mehrere Gurte [1]; jeden Gurt zuerst um den Handgriff der einen, dann der anderen Hälfte führen, dann über dem Patienten schließen und festziehen.
Umlagern mittels Schaufeltrage#
Material und Personal#
Mind. 2 Helfer
Patient auf Schaufeltrage (Aufschaufeln mittels Schaufeltrage)
Vorgehen#
Patient liegt, wie unter Aufschaufeln mittels Schaufeltrage, beschrieben, auf der Schaufeltrage.
Umlagern, z. B. auf Vakuummatratze: Trage mit vorbereiteter Vakuummatratze neben Patienten stellen, um diesen einen möglichst geringen Weg tragen/bewegen zu müssen.
Gurte öffnen und entfernen.
Hälften trennen: beide Schnappverschlüsse öffnen
Hälften parallel zum Patienten flach wegziehen. Der Patient soll hierbei nicht bewegt werden!
Sollten die Schnappschlösser klemmen, kann man die Trage wie bei der Scherentechnik an nur einer Seite öffnen und in V-Form (gleichzeitig, je ein Helfer auf einer Seite) entfernen.
Immobilisation auf der Schaufeltrage#
Auf manchen Schaufeltragen kann ein Patient direkt (ohne Vakuummatratze) immobilisiert werden. Die Immobilisation auf der Schaufeltrage wird jedoch nicht in allen Rettungsdienstbereichen empfohlen, u. a. weil die aufnehmenden Spitäler i. d. R. nicht darauf vorbereitet sind (Tauschmaterial, …). [2]
Material und Personal#
Schaufeltrage mit Zulassung zur Immobilisation von Patienten
Passende Kopfstützen
Passendes Gurtsystem zur Immobilisation (z. B. Ferno Fastrap Quick Restraint System, Ferno Fastrap Quick Restraint System™)
Patient auf Schaufeltrage (Aufschaufeln mittels Schaufeltrage)
Vorgehen#
Patient liegt, wie unter Aufschaufeln mittels Schaufeltrage, beschrieben, auf der Schaufeltrage.
Gurtsystem und Kopfstützen wie vom Hersteller beschrieben anbringen.
Je nach Schaufeltrage und Gurtsystem kann die Technik erheblich abweichen.
Gefahr
Bevor der Kopf fixiert wird muss der Körper bereits verlässlich fixiert sein! Ansonsten kann es durch die Bewegung des Körpers bei fixiertem Kopf zu massiven Verletzungen der Halswirbelsäule kommen!