Algorithmen Herz-Lungen-Wiederbelebung

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Algorithmen Herz-Lungen-Wiederbelebung#

Zu tun

#1 Update auf ERC 2025 ausständig!

Diese Version ist veraltet.

Der Ablauf der Reanimation wird durch die Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) vorgegeben und sind durch zahlreiche Studien wissenschaftlich abgesichert. Diese Leitlinien werden alle 5 Jahre aktualisiert und gliedern sich in verschiedene Themenbereiche, einer davon ist der Basic Life Support (BLS). Neben dem Basic Life Support, welcher hauptsächlich für Laien und nicht-ärztliche Helfer ausgelegt ist, gibt es den Advanced Life Support (Erweiterte Maßnahmen, ALS), welcher für speziell ausgebildete Notfallteams konzipiert ist. Für Kinder ist der Pediatric Life Support (PLS) anzuwenden.

Basic Life Support (BLS)#

Die ERC betont die Wichtigkeit frühzeitigen Handelns. Durch engmaschiges Monitoring von Notfallpatienten soll ein drohender Kreislaufstillstand frühzeitig erkannt werden, sodass rechtzeitig Reanimationsbereitschaft hergestellt wird. Nur so kann im Falle eines tatsächlichen Kreislaufstillstandes der Algorithmus sofort beginnen und unterbrechungsfrei abgearbeitet werden. Mit jeder Minute Verzögerung sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten um ca. 10 %.

Ist der Patient (bereits beim Antreffen) reglos, so geht man wie folgt vor:

  1. Szeneüberblick mit (Selbst-)Schutz: Es ist auf Sicherheit zu achten. Helfer und Patient dürfen nicht gefährdet sein. Dieser Punkt ist ident mit dem allgemeinen Vorgehen des Patientenmanagements.

  2. Eindruck: Der Patient ist reglos. Bei Atemnot/Atemstillstand kann Blässe und/oder Zyanose auffallen. Eventuell ist ein Unfallhergang ersichtlich. Dieser Punkt ist ident mit dem allgemeinen Vorgehen des Patientenmanagements.

  3. Bewusstseinskontrolle: Der Patient ist laut und deutlich anzusprechen. Dabei kann man gleichzeitig an den Schultern des Patienten rütteln (Ausnahme: Trauma!). Ein Schmerzreiz wird im Bereich des Kopfes (Wange, Nasenscheidewand, Kieferwinkel) gesetzt.

    • Ist der Patient ansprechbar folgt das Vorgehen den allgemeinen Regeln des Patientenmanagements.

  4. Notruf, Hilferuf: Ist der Patient nicht ansprechbar wird, falls notwendig, ein Hilferuf bzw. Notruf abgesetzt. Idealerweise delegiert man diese Aufgabe an einen zusätzlichen Helfer um das weitere Vorgehen nicht zu verzögern.

  5. Kopf überstrecken: Um die Atemwege zu öffnen und frei zu halten wird der Kopf überstreckt.

  6. Atmung prüfen: Das Ohr des Helfers wird knapp über den Mund des Patienten gehalten. Die Blickrichtung des Helfers fällt auf den Brustkorb des Patienten. Jetzt wird für die Dauer von 10 s die Atmung des Patienten beurteilt:

    • Sehen: Bewegungen des Brustkorbs

    • Hören: Atemgeräusche

    • Fühlen: Luftstrom der Ausatemluft

  7. Beurteilung ob die Atmung normal ist: Das ERC versteht unter “normaler” Atmung jede Atemtätigkeit, die mit selbständiger Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen vereinbar ist.

    Die Schnappatmung (vereinzelte, langsame oder geräuschvolle Atemzüge mit welchen der Patient nach Luft schnappt) ist keine normale Atmung, sondern ist mit einem Atemstillstand gleichzusetzen.

    • Liegt eine normale Atmung vor, wird der Patient in die stabile Seitenlage gedreht. Danach folgen alle weiteren Standardmaßnahmen bei vital bedrohten Patienten.

  8. Herzdruckmassage: Liegt keine normale Atmung vor, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden, im Speziellen mit der Herzdruckmassage.

    Der seitlich am Patient knieende Helfer 2 beginnt mit der Herzdruckmassage.

    Sofern es nicht zu einer Zeitverzögerung kommt, kann ein zusätzlicher Helfer eine Lagemeldung an die Leitstelle abgeben (“Reanimation im Gang”).

  9. Defibrillator bereit machen: Währenddessen schaltet der am Kopf knieende Helfer 1 den Defibrillator ein und bringt die Klebeelektroden am Patienten an.

    Zu tun

    Beatmung erst wenn Defi einsatzbereit ist?

    Anschließend werden die Beatmungshilfen einsatzbereit gemacht.

  10. Analyse: Sobald der Defibrillator einsatzbereit ist, wird die erste Rhythmusanalyse durchgeführt.

  11. Liegt ein nicht-schockbarer Rhythmus vor, so ist die HDM unverzüglich wieder aufzunehmen. Nach zwei Minuten (5—6 HDM-/Beatmungs-Zyklen) wird erneut eine Analyse durchgeführt.

  12. Liegt ein schockbarer Rhythmus vor, müssen alle Helfer den Kontakt zum Patienten lösen und Sauerstoffquellen in einem ausreichenden Sicherheitsabstand (ca. 1 m) positionieren. Der Helfer 1 am Kopfende des Patienten bedient den Defibrillator und warnt Umstehende durch das ** Kommando “Achtung! Zurücktreten! — Schock wird abgegeben!”. Bevor der Elektroschock durch Druck auf die Schock-Taste am AED endgültig ausgelöst wird, muss sich der Helfer vergewissern, dass niemand den Patient berührt (Sicherungsblick)!

  13. Nach der Schockabgabe wird die HDM sofort wieder aufgenommen. Die Kombination 30 HDM und zwei Beatmungen wird rund zwei Minuten (5—6 HDM-/Beatmungs-Zyklen) fortgesetzt, danach erfolgt die nächste Rhythmusanalyse.

  14. Das Vorgehen wiederholt sich jetzt bis der Patient Lebenszeichen zeigt oder Abbruchkriterien erfüllt sind.

  15. Um der Erschöpfung der Helfer und damit einem Qualitätsverlust der HDM vorzubeugen, wird während jeder Analysephase die Helferposition gewechselt!

Eine grafische Übersicht über dieses Vorgehen ist in Figure-Bls-Aed-Algorithmus, dargestellt.

siehe Figure-Bls-Aed-Algorithmus … Algorithmus BLS mit AED

Zu tun

#45 GRAFIK: ERC 2025 Basic Life Support mit AED.[Table-algorithmus-bls-aed]