Periphere Venenverweilkanüle (PVK)

Periphere Venenverweilkanüle (PVK)#

Periphere Venenverweilkanülen werden routinemäßig zur intravenösen Gabe von Medikamenten bzw. Infusionen verwendet. Sie bestehen aus einem Kunststoffschlauch, der in der Vene zu liegen kommt, und aus einem außenstehenden Teil mit einer Konnektionsstelle für Infusionen, sowie oft einem Konus mit Rückschlagventil, für die schnelle Gabe von Medikamenten. Im Kunststoffschlauch liegt eine Führungskanüle (Mandrin), welche das Durchstechen der Haut und der Vene zwecks der Katheterisierung ermöglicht. Die Kanüle wird nach Einführen ins Blutgefäß entfernt.

Gebräuchliche Marken sind z. B. Venflon oder Braunüle. Venenverweilkanülen gibt es in verschiedenen Durchmessern, sie sind farbcodiert. Normalerweise werden grüne Venenverweilkanülen bei Erwachsenen verwendet, bzw. rosafarbene bei schlechten Venenverhältnissen.

Tab. 42 Farbcodierung von peripheren Venenverweilkanülen#

Farbcode

Gauge

Länge

Durchfluss [ml / min]

blau

Sehr dünn

22

25

rosa

dünn

20

55

grün

normal

18

90

weiß

dick

17

135

grau

Sehr dick

16

170

orange

Noch dicker

14

265

Material#

  • Nierentasse

  • Staubinde

    • Venflon:

    • Die Größe (= Farbe) ist vom Durchführenden vorher zu erfragen!

    • Die Flügel werden hinunter geklappt

    • Die farbige Lasche des Zuspritzventils in rechten Winkel zur Venflonachse stellen

  • Einmalverschlusskappe (“roter Stoppel”)

  • Fixierungspflaster und evtl. zusätzliches Fixationsmaterial

  • Trockene Tupfer

  • Desinfektions-Tupfer

  • Spülung, wahlweise:

    • Spritze mit 5—10 ml Spülflüssigkeit (NaCl 0,9 %), oder

    • Infusion

  • 3-Wege-Hahn (optional)

  • (Faserschreiber)

  • Nadelabwurfbehälter

Assistenz#

  1. Ggfs. 3-Wege-Hahn spülen

    • Spritze mit Spülflüssigkeit ansetzen und durchspülen

    • Alternativ, bei Verwendung mit Infusion: 3-Wege-Hahn an Infusionsbesteck anschließen und mit Infusionslösung durchspülen

  2. Nadelabwurfbehälter in Reichweite des Durchführenden bereitstellen, sodass er später den Mandrin abwerfen kann.

  3. Stauschlauch zureichen

  4. Der Durchführende legt nun den Stauschlauch an, staut, und sucht eine passende Vene für die Punktion.

  5. Alko-Tupfer zureichen: Mit geöffneter Verpackung sodass dieser entnommen werden kann

  6. Venenverweilkanüle zureichen: An der Schutzkappe halten, sodass der Durchführende die Verweilkanüle abziehen kann

  7. Der Durchführende punktiert nun die Vene.

  8. Trockene Tupfer zureichen

  9. Je nach Situation 3-Wege-Hahn, Stoppel und Spülung oder Infusionsschlauch zureichen

  10. Fixierpflaster zureichen

Anlage eines peripheren Venenverweilkatheters#

  1. Indikation prüfen: Ist ein venöser Zugang tatsächlich erforderlich? Vor der Punktion sollten Identität, Seite (Bedenke: ev. Operationsseite, …) und geplante Anwendung geklärt sein. Keine Punktion an Shunt-Armen!

  2. Patientenaufklärung

  3. Material vorbereiten: PVK, Hautantiseptikum, Handschuhe, Stauschlauch, sterile Tupfer/Kompressen, NaCl-Spülung und Verlängerung/Adapter gem lokaler Praxis, passender Folienverband, Abwurfbehälter, Sharp-Box. Das Material sollte so vorbereitet werden, dass anschließend aseptisch und ohne Unterbrechung gearbeitet werden kann.

  4. Hygienische Händedesinfektion: Desinfiziere die Hände unmittelbar vor dem Patientenkontakt und vor der Katheteranlage.

  5. Lagerung

  6. Stauschlauch anlegen

  7. Geeignete Punktionsstelle auswählen Bedenke Operationsseite, Krücken etc. Keine Punktion an Shunt-Armen oder entzündeten Bereichen! Bedenke: Nach einer Fehlpunktion sollen die zuführenden Venen distal nicht mehr punktiert werden. Eine Anlage an der unteren Extremität soll bei Erwachsenen nach Möglichkeit vermieden werden.

  8. Handschuhe anziehen: Für die Anlage peripherer Venenkatheter sind bei korrekter No-Touch-Technik keine sterilen Handschuhe erforderlich.

  9. Hautdesinfektion Desinfiziere die Punktionsstelle mit einem zugelassenen Hautantiseptikum. Einwirkzeit abwarten, Punktionsstelle muss vor Punktion vollständig trocken sein. Die desinfizierte Stelle danach nicht erneut palpieren.

  10. Vene punktieren: Fixiere die Haut distal der Punktionsstelle. Katheter mit dem Schliff nach oben im flachen Winkel in die Vene einführen, bis Blut im Rücklauf sichtbar ist. Winkel absenken.

  11. Katheter vorschieben, nicht den Stahlmandrin

  12. Stauschlauch lösen

  13. Vene proximal kompimieren und Mandrin entfernen, Kanüle in Sharp-Box entsorgen.

  14. Adapter oder Infusion anschließen

  15. Spülen: Auf freien Fluss ohne Schwellung, Schmerzen oder Widerstand achten. Prüfe auf Schmerz, Hämatom, Schwellung, Leckage und sichere Lage (Cave Paravasat)

  16. Fixieren und Folienverband anlegen

  17. Dokumentation