Pediatric Life Support (PLS)

Pediatric Life Support (PLS)#

Zu tun

#1 Update auf ERC 2025 ausständig!

Diese Version ist veraltet.

Vgl. ♛ ERC 2021 10

Die Reanimation bei Kindern wird als Pediatric Life Support (PLS) bezeichnet. Während bei Erwachsenen der Großteil der Ursachen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand vom Herzen aus geht, liegt bei den Kindern meist ein Problem des Atemwegs bzw. der Atmung (z. B. Atemwegsverlegung, Ertrinken) vor. Deshalb steht – im Gegensatz zum BLS – beim PLS das Freimachen der Atemwege im Vordergrund. Das Vorgehen gemäß ERC wird wie folgt beschrieben:

  1. Szeneüberblick mit (Selbst-)Schutz: wie bei BLS

  2. Eindruck: wie BLS, zusätzlich Abschätzen des Alters

  3. Bewusstsein beurteilen: wie BLS, kindgerecht ansprechen

    • Ist der Patient ansprechbar folgt das Vorgehen den allgemeinen Regeln des Patientenmanagements.

    • Ist der Patient nicht ansprechbar wird ein Hilferuf/Notruf durchgeführt. Idealerweise delegiert man diese Aufgabe an einen zusätzlichen Helfer.

  4. Atemweg kontrollieren: Es wird die Mundhöhle inspiziert und etwaige Fremdkörper entfernt.

    Beim Säugling (1. Lebensjahr) wird der Kopf in Neutralposition[1] gehalten, beim Kind (Ende des 1. Lebensjahrs bis zur Pubertät) wird der Kopf vorsichtig überstreckt um die Atemwege zu öffnen.

  5. Atmung prüfen: Wie beim BLS wird für die Dauer von 10 s die Atmung des Patienten durch Sehen, Hören und Fühlen beurteilt.

    Beurteilung ob die Atmung normal ist: wie BLS

    • Liegt normale Atmung vor, wird der Patient in die stabile Seitenlage gedreht. Danach folgen alle weiteren Standardmaßnahmen bei vital bedrohten Patienten.

  6. 5 Initialbeatmungen

  7. Es wird erneut nach Lebenszeichen gesucht. Wenn das Kind in irgend einer Form (z. B. Spontanbewegung, Husten oder normale Atmung) auf die Initialbeatmungen reagiert hat, wird eine neuerliche Atemkontrolle durchgeführt, um zu prüfen, ob die Eigenatmung suffizient ist. Das Suchen nach Lebenszeichen darf nicht länger als 10 s dauern. Ein gut ausgebildeter, erfahrener Helfer kann während dieser 10 s parallel versuchen den Puls zu tasten. Beim Säugling muss der Puls mehr als 60 Schläge pro Minute betragen.

  8. Bei Lebenszeichen, aber insuffizienter Atmung, muss das Kind beatmet werden. Ist die Atmung suffizient wird das Kind gemäß den Standardmaßnahmen bei vital bedrohten Patienten weiter behandelt.

  9. Sind keine Lebenszeichen feststellbar muss mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.

    • Es wechseln 15 HDM mit zwei Beatmungen ab.

    • Die HDM erfolgt je nach Körpergröße mit zwei Fingern (Säugling) bzw. mit einer oder beiden Händen bei Kindern.[2]

    • Der Druckpunkt liegt auf der unteren Hälfte des Brustbeins.

      • Bei Säuglingen und Neugeborenen kann er dadurch gefunden werden, indem man den Rippenbogen bis zum Schwertfortsatz entlang fährt, der Druckpunkt liegt dann eine Fingerbreite darüber.

    • Die Eindrücktiefe soll ungefähr ein Drittel des Brustkorbs betragen. Das sind beim Säugling ca. 4 cm und bei Kindern ca. 5 cm.

    • Die Druckfrequenz (“Arbeitsgeschwindigkeit”) soll 100—120 / min betragen. Bei der Beatmung richtet sich das Atemzugvolumen ebenfalls nach der Körpergröße des Patienten.

    • Gemäß ERC kann eine Defibrillation bei Kindern bereits ab dem 1. Lebensjahr erfolgen. Nachdem die meisten verwendeten Geräte jedoch von den Herstellern erst ab 8 Jahren freigegeben sind, wird bei den meisten Rettungsdiensten der Defibrillator nur bei Kindern über 8 Jahren eingesetzt. Die Vorgehensweise ist in diesem Fall gleich wie bei Erwachsenen.

Zu tun

#46 GRAFIK: ERC 2025 Pediatric Life Support [Table-algorithmus-pls]

Eine grafische Übersicht über dieses Vorgehen ist in Figure-PlsAlgorithmus dargestellt. ♛ ERC 2021 10

Reanimation des Neugeborenen#

Die Reanimation des Neugeborenen wird unter reanimation-neugeborenes ausgeführt.