Das Konzept der Surrogatmarker

Das Konzept der Surrogatmarker#

Surrogatmarker versuchen Aussagen über eigentlich sonst nicht direkt messbare Dinge zu erlauben.

Die hämodynamische Überwachung konzentriert sich auf das Kreislaufsystem, seine Angemessenheit und Endorgandurchblutung.

Dabei kann das eigentliche Ziel des Kreislaufs, nämlich die zelluläre Oxygenierung, nicht direkt gemessen werden. Somit benötigt man Methoden, welche eine indirekte Beziehung und Aussagekraft haben, um auf das eigentliche Messziel Rückschlüsse abzuleiten. Mit Hilfe dieser Methoden werden Messwerte als Surrogatmarker, also ersatzweise eingesetzte Marker in Vertretung des eigentlichen, und nicht messbaren Zielwertes, herangezogen.

Die Aussagekraft eines Surrogatmarkers ist immer eingeschränkt und muss auch immer im klinischen Gesamtkontext beurteilt werden. Jeder Surrogatmarker weißt umfangreiche diagnostische blinde Flecke (oder tote Winkel) auf und kann niemals alleine die Kreislaufsituation beschreiben!

Neben diversen Messwerten, welche versuchen die Hämodynamik an sich zu beschreiben, gibt es eine Klasse an Surrogatmarkern welche versuchen den Erfolg der Hämodynamik am Endorgan (Haut, Niere, Hirn, …) zu beschreiben. Viele der Klinischen Monitoring-Parameter fallen in diese Kategorie, aber auch die Laktatmessung als Kriterium für das Vorhandensein eines anaeroben Stoffwechsels.

Surrogatmarker für das klinische Monitoring#

Zu den Surrogatmarkern der Organperfusion gehören:

  • Hautdurchblutung, quantisiert durch Rekapillarisierungszeit. Die Rekapillarisierung kann durch andere Faktoren (Umgebungstemperatur) beeinflusst werden.

  • Urinausscheidung (Bedenke Störfaktoren, z.B. vorbestehende Nierenfunktionsstörung)

  • Neurologische Leistungsfähigkeit und Vigilanz. Diese wird oft mittels Scores quantifiziert und beurteilt. Dies ist jedoch im Intensivsetting häufig schwer oder nicht beurteilbar (z.B. häufig laufende Sedierung, Delir).