② Eindruck und HWS-Stabilisierung (General Impression + Cervical Spine)

② Eindruck und HWS-Stabilisierung (General Impression + Cervical Spine)#

Hier zählt der Eindruck, den der Patient auf den Helfer macht. Es werden v. a. beurteilt:

  • Alter, Geschlecht

  • Hautkolorit (Hautfärbung)

  • Haltung, Gesichtsausdruck, spontane Bewegungen

  • Sprache

  • Offensichtliche Verletzungen, Blutungen

  • Sonstige Aufffälligkeiten

Liegt der Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung vor, wird bereits hier mit der manuellen Stabilisierung der Halswirbelsäule begonnen (Indikation zur Wirbelsäulenimmobilisation).

Befunde#

Auffallen kann eine blasse Haut, Zyanose, Schweiß, Schonhaltung, Atemnot (Gestik, Aufstützen der Arme, um die Atemhilfsmuskulatur einzusetzen, Nasenflügeln, Einziehungen an den Rippen, …), eine verwaschene oder wirre Sprache, Desorientiertheit, Krämpfe u.v. a.m. Ebenso können eventuell Hinweise auf ein Trauma, sichtbare Verletzungen, starke Blutungen oder Hinweise auf eine Wirbelsäulenverletzung erkannt werden.

Schädel-Hirn-Trauma: manuelle HWS-Stabilisierung Schädel-Hirn-Trauma: manuelle HWS-Stabilisierung
Zyanotische Lippen können schon frühzeitig auffallen. Zyanotische Lippen können schon frühzeitig auffallen.

Fig. 78 Bilderserie: Ersteindruck [© Gabriel, ℓ MfG]#

Indikation zur Wirbelsäulenimmobilisation#

Eine Immobilisation der Wirbelsäule ist notwendig bei Traumapatienten, bei denen folgendes zutrifft:

  1. Typischer Unfallmechanismus

    1. Hochgeschwindigkeitsunfall

    2. Sturz ≥ 3 m oder 3-fache Patientengröße

    3. Penetrierende Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule

    4. Sportverletzungen im Kopf- oder Nackenbereich

    5. Trauma nach Sprung ins Wasser

    6. Stauchungsverletzung der HWS (z. B. Schlag auf Kopf)

    7. Suizidversuch durch Erhängen

    8. Bewusstloser Traumapatient

  2. Unklarer Unfallmechanismus, bei dem einer der genden Punkte zutrifft:

    1. Spinaler Schmerz oder Druckschmerz über der Wirbelsäule

    2. Auffälliger Befund bei Untersuchung von Motorik und Sensibilität (sofern nicht anders plausibel erklärbar)

    3. Patientenangaben kann nicht vertraut werden

      1. Stresssituation

      2. Schädel- oder zerebrale Verletzung

      3. Auffälliger Bewusstseinszustand

      4. Intoxikation

      5. Ablenkende Verletzungen

  3. Verdacht

Solange es noch unklar ist, ob eine WS-Immobilisation notwendig ist, muss eine manuelle Fixierung der HWS durchgeführt werden!

Typische Maßnahmen#