Videolaryngoskopie

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Videolaryngoskopie#

Die direkte Laryngoskopie ist nach wie vor der Goldstandard zur Sicherung der Atemwege. Es handelt sich dabei jedoch um eine komplizierte technische Fähigkeit, deren Erwerb und Aufrechterhaltung Training, Erfahrung und regelmäßiges Üben erfordert 🗎 Bernhard 2012 🗎 Wang 2006. Sie erfordert außerdem eine direkte Sichtlinie, um die Atemwegsachsen (oral-pharyngeal-laryngeal) für eine optimale glottische Visualisierung auszurichten. Die dazu notwendigen Manipulationen wie Kopfstreckung, Nackenbeugung, Kehlkopfmanipulation etc. können in manchen Situationen zu erheblichen Sekundärverletzungen führen.(zervikale Instabilität, Verletzungen des Mund- und Rachengewebes, Zahnschäden etc. 🗎 Chemsian 2014

Im Gegensatz dazu werden bei der Videolaryngoskopie die Atemwegsstrukturen mittels einer Videokamera dargestellt um die endotracheale Intubation (ETI) zu erleichtern, die Laryngoskopie ist indirekt. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer direkten Sichtlinie zur Visualisierung der Atemwegsstrukturen. Die Art und Weise der Visualisierung bzw. Positionierung der Kamera, ist gerätespezifisch. 🗎 Chemsian 2014 Hervorzuheben ist, dass die Darstellung der Glottisebene oft gut möglich ist, das Problem jedoch die tatsächliche Positionierungen des Tubus ist. Deswegen ist die Verwendung eines vorgeformten Führungsdrahtes oder ähnlicher Hilfsmittel oft notwendig.

Sonderfall: Airtraq™#

Der Airtraq™ (Prodol Meditec, Vizcaya, Spanien) ist ein fiberoptisches Gerät mit Okularoptik, welches für die indirekte endotracheale Intubation in schwierigen Atemwegsituationen verwendet werden kann. Der Spatel ist anatomisch geformt und verfügt über eine batteriebetriebene Lichtquelle an der Spitze. Ferner enthält er eine seitliche Schiene für die Platzierung und das geführte Einführen eines Endotrachealtubus.

Der Airtraq™ ist gegenüber der herkömmlichen direkten Laryngoskopie in Situationen vorteilhaft, in denen die Halswirbelsäule immobilisiert werden muss, da ein Blick auf die Glottisöffnung ohne signifikante Manipulation der Halswirbelsäule möglich ist und er daher eine Intubation mit minimaler Manipulation und Positionierung des Kopfes bzw. der Halswirbelsäule ermöglicht. Er setzt jedoch eine grundsätzlich regelhafte Anatomie voraus, da durch die vorgeformte Schiene kaum Spielraum beim Einführen des Tubus besteht.