Myotone Muskeldystrophie Typ Duchenne

Myotone Muskeldystrophie Typ Duchenne#

Verminderte Produktion von myotoner Proteinkinase mit erhöhtem Muskeltonus und Übererregbarkeit der quergestreiften Muskulatur, mit verspäteter Relaxation durch abnorme Schließung der Na/Cl-Kanäle nach Depolarisation, dies bewirkt eine repetitive Entladung und Kontraktionen. Progediente Muskelschwäche zw. 20 und 40 Lj. Autosomal dominant vererbt.

Klinik
  • Allgemein: Stirnglatze, Muskelverlust Schultergürtel, Gonadenatrophie mit Infertilität

  • Bulbäre Probleme mit verwaschener Sprache, Dysphagie und erhöhter Aspirationsgefahr bei Herabgesetzten Muskeltonus und verminderten Reflexen. Verminderter IQ.

  • CMP mit Herzinsuffizienz, MKPS, Überleitungsdefekte AV-Block I°

  • Schwache Atempumpe, schlechter Hustenstoß, zentral vermittelte erniedrigte Atemantwort auf CO₂, OSAS mit chronischer Hypoxämie und Cor pulmonale.

  • Magenentleerungsstörungen, Obstipation

  • DM

Anästhesiologische Probleme
  • Hohes Aspirationsrisiko (RSI),

  • erhöhte Sensibilität für Opiate/Barbiturate/Volatile Anästhetika.

  • Assoziation mit MH!! Auslösung der Myotonie durch Kälte, Anstrengung, Zittern, Hyperkaliämie, Succinylcholin, volatile Anästhetika und Neostigmin.

AN
  • Präoperativ:

    • 24 h EKG

    • LUFU

    • Elektrolyte (K);

    • keine Prämedikamentation!

  • Wenn möglich RA!

  • Sonst TIVA mit Rocuronium (mit TOF !!! Verstärkte Wirkung!) ndMR der Wahl wäre Atracurium.

    Keine Antagonisierung mit Cholinesterasehemmern, da eine Verstärkung der Blockade statt Aufhebung eintreten kann!

  • Postoperative Überwachung!

  • Keine frühzeitige enterale Ernährung wegen stiller Aspiration bei Schluckstörung und verzögerter Magenentleerung!