4.4.2. Manuelle Beatmung#
Eine manuelle Beatmung wird häufig mittels eines Beatmungsbeutels oder einer ähnlichen Einrichtung (z. B. Beutel eines Narkoserespirators) durchgeführt. Patientenseitig werden Beatmungsmasken oder andere Atemwegshilfsmittel (Endotrachealtuben, Larynxtuben, Larynxmasken, Combituben, …) angewendet. Um die Atemwege freizuhalten, kann u. U. unterstützend ein Airway-Device wie z.B. ein Guedel-Tubus angewendet werden.
Die manuelle Beatmung ist de facto druckkontrolliert, da der Helfer die Atemhübe unbewusst durch den Druck im Beutel steuert. Durch die Beobachtung der Thoraxexkursionen als Erfolgskontrolle kann man von einer eingeschränkten Volumensgarantie sprechen.
Art der Beatmung |
O₂-Konzentration |
|---|---|
Mund-zu-Mund Beatmung |
16–17 % |
Beutel-Masken-Beatmung |
21 % |
Beutel-Masken-Beatmung mit O₂ (15 L / min) |
40–70 % |
Beutel-Masken-Beatmung mit O₂ (15 L / min) + Reservoir |
fast 100 % |
Beatmungsgerät, FiO₂ regelbar |
21–100 % |
Gefahren
Der notwendige Überdruck kann zu Problemen führen, wie z. B. Überschreiten des Speiseröhren-Öffnungsdrucks (Magenbeatmung, Magenblähung, Erbrechen) oder Lungenschäden. Es ist oft zu beobachten, dass (wahrscheinlich in Folge von Stress) Beatmungen zu schnell bzw. zu tief erfolgen. Dies kann katastrophale Auswirkungen haben, da es zu einer Hyperventilation und dadurch zu einer atmungsbedingen Alkalose kommt (Störung des Säure-Basen-Haushaltes, vgl. alkalose-respiratorische) und damit zu einer zerebralen Vasokonstriktion kommen kann.
Die Technik der Beatmung mittels Maske und Beatmungsbeutel ist unter Beutel-Masken-Beatmung beschrieben.