Antiallergika#
Zur Behandlung allergischer Reaktionen stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die an unterschiedlichen Angriffspunkten ansetzen.
H1- und H2-Blocker (Antihistaminika) hemmen die Wirkung von Histamin an seinen Rezeptoren, vgl. Tab. 97: Histamin-Rezeptoren. Histamin ist ein biogenes Amin, welches aus L-Histidin gebildet und aus Mastzellen und basophilen Granulozyten aus Lunge, Haut und Gastrointestinaltrakt ausgeschüttet wird. H1-Rezeptor-Antagonisten hemmen die durch Histamin vermittelte Weitstellung von Gefäßen und Erhöhung der Gefäßpermeabilität und Kontraktion der glatten Muskulatur und lindern vor allem Symptome wie Juckreiz, Hautrötung oder Schleimhautschwellung, während H2-Blocker zusätzlich die Histaminwirkung im Magen-Darm-Trakt beeinflussen und die Magensäuresekretion reduzieren können.
Glucocorticoide wirken stark entzündungshemmend und immunsuppressiv. Sie hemmen die Freisetzung entzündungsfördernder Mediatoren und stabilisieren die Gefäßpermeabilität, wodurch allergische Reaktionen abgeschwächt werden.
Adrenalin ist ein Katecholamin.
Es ist das Mittel der Wahl bei akuten, lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen wie der Anaphylaxie.
Es führt zu einer schnellen Bronchodilatation, stabilisiert den Kreislauf und vermindert das Anschwellen der Schleimhäute, hat aber deutliche potente Kreislaufwirkungen (vgl. TAB-Katecholamine-Affinitaet-Rezeptoren: TAB-Katecholamine-Affinitaet-Rezeptoren).
β₂-Mimetika wirken, im antiallergischen Kontext, an den Bronchien, indem sie eine Relaxation der glatten Muskulatur bewirken. Dadurch lindern sie akute bronchiale Obstruktionen (Bronchospasmolyse).
Die jeweiligen Substanzgruppen werden je nach Schweregrad und Art der allergischen Reaktion einzeln oder in Kombination eingesetzt.
Rezeptor |
Effekt |
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H1 |
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H2 |
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H3 |
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H4 |
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