Beatmungsbeutel

4.5.1. Beatmungsbeutel#

Der selbstfüllende Beatmungsbeutel ist das einfachste Hilfsmittel, welches dem Fachpersonal zur Verfügung steht, und kommt in vielen Bereichen (Rettungsdienst, Krankenhaus, …) zum Einsatz. Er ermöglicht die kontrollierte oder assistierte Beatmung eines Patienten. Er kann mittels einer Beatmungsmaske angewendet, oder an andere Systeme (Tuben) angeschlossen werden.

Selbstfüllender Beatmungsbeutel "Ambu Mark IV" mit Reservoir, O₂-Verbindungsschlauch, Bakterienfilter, Beatmungsmaske und aufgestecktem PEEP-Ventil

Fig. 36 Selbstfüllender Beatmungsbeutel “Ambu Mark IV” mit Reservoir, O₂-Verbindungsschlauch, Bakterienfilter, Beatmungsmaske und aufgestecktem PEEP-Ventil#

© Ch. Pallinger ℓ MfG

Ein Beatmungsbeutel besteht üblicherweise aus einem Luftzufuhrventil, einem selbstentfaltenden Balg und einem T-Stück mit einem Ventil. An der Luftzufuhr kann eine Sauerstoffleitung und ein Sauerstoffreservoir angeschlossen werden, um den Sauerstoffgehalt des Einatemgases zu erhöhen. Mit Hilfe eines ReservoirsReservoir, welches Sauerstoff während der Beatmungspausen zwischenspeichert, kann die O₂-Konzentration des Einatemgases weiter gesteigert werden.  [1]

Am T-Stück gibt es 3 Schenkel:

  • Einer kommt vom Beatmungsbalg,

  • einer führt zum Patienten und

  • einer zum Auslass.

Das Ventil des T-Stückes trennt die Ein- von der Ausatemluft des Patienten. Am Patientenschenkel soll ein Bakterienfilter und eventuell Messvorrichtungen (z. B. zur CO₂-Messung, vgl. Kapnometrie) angebracht werden. Er wird mittels Normanschluss mit einer Beatmungsmaske oder einem anderen Atemwegs-Device verbunden. Manche Systeme verfügen zusätzlich über ein Überdruckventil, welches bei Erreichen eines bestimmten Atemwegsdrucks öffnet um eine Mageninsufflation zu vermeiden.

Am Ausführungsschenkel kann ein PEEP-Ventil* aufgesteckt werden. PEEP steht für Positive End-Exspiratory Pressure (positiver end-exspiratorischer Druck). Der PEEP sorgt dafür, dass am Ende der Ausatmungsphase (Exspiration) der Druck in den Atemwegen nicht auf 0 absinkt, sondern stattdessen ein positiver Druck aufrecht erhalten wird. Dadurch wird ein Kollaps der Alveolen verhindert. Bei der Maskenbeatmung ist zu beachten, dass der PEEP nur erreicht werden kann, wenn das Beatmungssystem luftdicht ist. Sobald die Maske nicht mehr dicht aufsitzt, verliert das PEEP-Ventil seine Wirkung, da die Ausatemluft unkontrolliert über die Leckage entweichen kann.

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Fig. 37 Beatmungsmasken unterschiedlicher Größen: 0, 2, 3/4, 5. Die Farben der Masken haben keine besondere Bedeutung.#

© Ch. Pallinger ℓ MfG