4.5.4. Intensivrespiratoren#
Intensivrespiratoren sind komplexe Beatmungsgeräte für die längere und differenzierte invasive und nicht-invasive Beatmung von Patienten. Im Gegensatz zu Notfall- und Transportrespiratoren steht nicht die Robustheit und Mobilität, sondern eine möglichst hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Beatmung im Vordergrund, auch bereits in Hinblick auf das Weaning.
Moderne Intensivrespiratoren ermöglichen sowohl eine vollständig kontrollierte, als auch eine assistierte oder überwiegend spontane, Atmung, ggfs. mit Unterstützung durch das Beatmungsgerät. Hierfür stehen unterschiedliche volumen- und druckkontrollierte sowie druckunterstützte Beatmungsformen zur Verfügung.
Wesentliche Eigenschaften eines Intensivrespirators sind:
präzise Steuerung bzw. differenzierte Einstellung von Beatmungsparametern
zuverlässige Erkennung spontaner Atembemühungen (Trigger) und differenzierte Einstellung der inspiratorischen und exspiratorischen Triggerkriterien (Analyse der Patient-Respirator-Interaktion)
Unterstützung der Spontanatmung
Kompensation von Leckagen, insbesondere bei nicht-invasiver Beatmung (NIV)
kontinuierliches respiratorisches Monitoring
Darstellung und Analyse von Druck-, Flow- und Volumenkurven, sowie von Druck-Volumen- und Flow-Volumen-Loops
Messung bzw. Berechnung respiratorischer Parameter wie Compliance, Resistance und Atemarbeit. Ein Intensivrespirator ist damit nicht nur ein Gerät zur Durchführung einer Beatmung, sondern gleichzeitig ein diagnostisches und therapeutisches Monitoringsystem. Die aus Beatmungskurven, Messwerten und Atemmechanik gewonnenen Informationen ermöglichen eine wiederholte Anpassung der Beatmung an den aktuellen Zustand des Patienten.
differenzierte Alarmgrenzen und Alarmfunktionen
aktive Befeuchtung und Erwärmung der Atemgase bzw. Verwendung geeigneter Atemgasbefeuchtungssysteme (“Heat and Moisture Exchanger” (HME))