Tracheotomie

12.18.10. Tracheotomie#

Die operative Tracheotomie stellt einen direkten Zugang zur Trachea her. Die Umstellung vom Endotrachealtubus auf die Trachealkanüle erfordert die enge Koordination zwischen Anästhesie und Chirurgie.

Varianten

Chirurgische Tracheotomie; Abgrenzung zur perkutanen Dilatationstracheotomie

Beschreibung, Pathophysiologie

Operative Eröffnung der Trachea zur Anlage einer Trachealkanüle

Dringlichkeit

Elektiv, dringend oder notfallmäßig je nach Atemwegsindikation

Dauer (S/N)

keine Angabe

Präanästhesie, Aufklärung

Anatomische Gegebenheiten, erschwerten Atemweg, Blutungsrisiko und geplante Atemwegssicherung prüfen

Prä-OP-Diagnostik

keine Besonderheiten

Blutmanagement

0 EK für die elektive Tracheotomie ; bei dringlicher Blutung oder kombiniertem Eingriff bedarfsgerechte Bereitstellung

Antibiotika

keine Angabe

Anästhesieverfahren

Lokalanästhesie oder Allgemeinanästhesie, abhängig von klinischer Situation

Airway

Bei Allgemeinanästhesie in der Regel zunächst endotracheale Intubation; Konversion zur Trachealkanüle im direkten Austausch zwischen den Teams

Invasivitäten, Zugänge

keine Angabe

Narkoseführung

keine Angabe

Lagerung

Rückenlage mit situationsangepasster Reklination des Kopfes, Nackenrolle und geeigneter Polsterung, sofern nicht kontraindiziert

Aufstellung

Atemweg und Tubusverbindung für Anästhesie und Chirurgie zugänglich halten

Geräte

Trachealkanüle in geplanter Größe und Ersatzgrößen, Absaugung, Kapnographie und Material zur alternativen Atemwegssicherung

Peri-OP-Diagnostik, Monitoring

keine Angabe

OP-Ablauf
  1. Operative Präparation und Darstellung der Trachea

  2. Position des endotrachealen Tubuscuffs vor Eröffnung im Team abstimmen; Cuffverletzung vermeiden Vor Tracheaeröffnung den Endotrachealtubus und Cuff unter unmittelbarer Absprache mit der operierenden Person positionieren. Nach Einlegen der Trachealkanüle Ventilation einschließlich Kapnographie bestätigen, bevor der orale Tubus vollständig entfernt wird.

  3. Trachea eröffnen und Endotrachealtubus unter Sicht so weit zurückziehen, dass die Kanüle eingeführt werden kann, ohne die Atemwegssicherung vorzeitig aufzugeben

  4. Trachealkanüle einführen, Cuff blocken, Beatmung anschließen und Lage mittels Kapnographie sowie klinischer Kontrolle prüfen

  5. Kanüle sichern und Wundversorgung abschließen

Gefahren

Verlust des Atemwegs während des Wechsels, Blutung und Fehllage der Kanüle

Cuffverletzung bei Eröffnung der Trachea und akzidenteller Verlust des Atemwegs während des Kanülenwechsels.

Typische Komplikationen

Blutung, Fehlkanülierung, subkutanes Emphysem und Pneumothorax

Postoperatives Management
  • Trachealkanülenlage und Beatmung kontrollieren

  • Sichern der Kanüle und Überwachung auf Blutung, Fehllage oder Luftleck

  • Thoraxbildgebung bei klinischer Indikation, nicht generell nach jeder unkomplizierten Tracheotomie