15.8.15. Fenoterol#
- Spezialitäten, Markennamen
Berotec™ Dosieraerosol: 0,100 mg / Hub
Berodual Dosieraerosol: 0,05 mg Fenoterolhydrobromid und 0,02 mg Ipratropiumbromid / Hub
Berodualin® - Inhalationslösung: 1 ml Lösung (= 20 gtt) enthält 0,5 mg Fenoterolhydrobromid und 0,261 mg Ipratropiumbromid
Fenoterol ist ein kurzwirksames β₂-Sympathomimetikum-Agonist (SABA) mit bronchodilatierender und uterusrelaxierender Wirkung. Die Anwendung zur Tokolyse ist hinsichtlich aktueller Zulassung, Präparateverfügbarkeit und Sicherheitsvorgaben gesondert zu prüfen.
- Wirkung
Bronchodilatation durch β₂-Adrenozeptor-Stimulation
Relaxation der Uterusmuskulatur
Dosisabhängig kardiale β-adrenerge Wirkungen
- Indikationen
Bronchospasmus bei obstruktiven Atemwegserkrankungen, insbesondere Asthma bronchiale
Tokolyse zwischen der 22. und 37. SSW
- Kontraindikationen
Tachyarrhythmien
Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie
Bei geplanter Tokolyse zusätzlich geburtshilfliche Gegenanzeigen, insbesondere relevante Blutung und vorzeitige Plazentalösung, sowie besondere kardiovaskuläre Risiken beachten
- Dosierung
Bronchospasmolyse, Dosieraerosol: 1–2 Hübe zu je 0,100 mg, Wiederholung und Maximaldosis ausschließlich nach aktueller Fachinformation des konkreten Inhalators.
Tokolyse, Dosieraerosol: 2–5 Hübe; nicht als aktuelle Dosierungsempfehlung verwenden, bis Indikation und Evidenz geklärt sind.
Tokolyse, i.v.: Langsamer Bolus 0,025 mg. Dauerinfusion 0,00001–0,00005 mg / kg / min. Diese Angaben sind nicht zur unmittelbaren klinischen Anwendung freigegeben; aktuelle Fachinformation und geburtshilfliche Standards prüfen.
- Nebenwirkungen
Tachykardie, Palpitationen, Rhythmusstörungen
Tremor, Nervosität, Kopfschmerzen
Hypokaliämie, Hyperglykämie
Bei hochdosierter systemischer Anwendung: Myokardischämie, Lungenödem und Laktatazidose möglich
- Pharmakodynamik
Aktivierung von β₂-Adrenozeptoren und Anstieg des intrazellulären cAMP.
Relaxation bronchialer und uteriner glatter Muskulatur.
β₂-vermittelte intrazelluläre Kaliumverschiebung kann eine Hypokaliämie auslösen.
- Pharmakokinetik
Rascher Wirkungseintritt nach inhalativer Gabe.
Systemische Exposition abhängig von Applikationsweg und Dosis.
Präparatespezifische Angaben zu Wirkdauer, Metabolismus und Elimination anhand der Fachinformation ergänzen.
- Schwangerschaft und Stillperiode
Schwangerschaft: Bei inhalativer Bronchospasmolyse Nutzen-Risiko-Abwägung. Systemische Tokolyse nur nach aktueller geburtshilflicher Indikationsstellung und Beachtung der Sicherheitsbeschränkungen.
Stillperiode: Präparatespezifische Fachinformation beachten.
- Anwendungshinweise
Bei schwerem Asthmaanfall nicht allein auf ein Dosieraerosol ohne geeignete Inhalationshilfe vertrauen; leitliniengerechte Akuttherapie sicherstellen.
Bei systemischer Anwendung Überwachung von Herzfrequenz, Blutdruck, EKG, Kalium und Glukose.
Bei Tokolyse zusätzlich maternales und fetales Monitoring entsprechend geburtshilflichem Standard.
- Wechselwirkungen
Andere Sympathomimetika und Methylxanthine können unerwünschte kardiale Wirkungen verstärken.
Diuretika und Glukokortikoide können das Hypokaliämierisiko erhöhen.
Betablocker können die bronchodilatierende Wirkung abschwächen und Bronchospasmen begünstigen.