15.8.45. Terbutalin#
- Spezialitäten, Markennamen
Bricanyl™ (präparatespezifische Verfügbarkeit und Konzentration prüfen).
Terbutalin ist ein kurzwirksamer, überwiegend β₂-selektiver Sympathomimetikum-Agonist (SABA) zur Bronchodilatation. Die β₂-Selektivität ist dosisabhängig und schließt kardiale Nebenwirkungen nicht aus.
- Wirkung
Bronchodilatation durch Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur.
Relaxation der Uterusmuskulatur; systemische Anwendung zur Tokolyse nur nach Prüfung der aktuellen Zulassung und der geburtshilflichen Standards.
- Indikationen
Bronchospasmus bei Asthma bronchiale.
Schwerer Asthmaanfall: parenterale Gabe nur bei entsprechender Indikation und unter Monitoring.
Tokolyse
- Kontraindikationen
Klinisch relevante Tachyarrhythmien und schwere kardiale Erkrankungen sind bei systemischer Anwendung besonders zu berücksichtigen.
Bei hypertroph-obstruktiver Kardiomyopathie, koronarer Herzkrankheit, Myokardischämie, relevanter Aortenstenose und Thyreotoxikose strenge Nutzen-Risiko-Abwägung.
Weitere präparatespezifische Gegenanzeigen gemäß aktueller Fachinformation.
- Dosierung
Asthmaanfall, parenteral: 0,005 mg / kg i.v. titriert oder s.c. bei 100 kg 0,500 mg.
Verdünnung für die i.v.-Titration: 0,500 mg auf ein Gesamtvolumen von 10 ml verdünnen; resultierende Konzentration 0,050 mg / ml. Schrittweise, milliliterweise Titration.
Unverdünnte i.v.-Titration: mit 1-ml-Spritze
Tokolyse: 0,250 mg
- Nebenwirkungen
Tachykardie, Palpitationen und Herzrhythmusstörungen.
Tremor, Unruhe und Kopfschmerzen.
Hypokaliämie, Hyperglykämie und Laktatanstieg bis zur Laktatazidose, insbesondere bei hohen oder wiederholten Dosen.
Myokardischämie bei entsprechender Prädisposition.
- Pharmakodynamik
Stimulation von β₂-Adrenozeptoren mit Aktivierung der Adenylatcyclase und Anstieg des intrazellulären cAMP.
Relaxation glatter Muskulatur in Bronchien und Uterus.
β₂-vermittelte intrazelluläre Kaliumverschiebung mit möglichem Abfall des Serumkaliums.
- Pharmakokinetik
Wirkungseintritt und Wirkdauer sind vom Applikationsweg abhängig.
Systemische Elimination überwiegend renal, teils nach Konjugation.
Pharmakokinetische Kennzahlen sind präparatespezifisch zu ergänzen.
- Schwangerschaft und Stillperiode
Schwangerschaft: Eine Anwendung zur Bronchodilatation ist von der systemischen Tokolyse zu unterscheiden. Für die Tokolyse sind mütterliche und fetale Risiken sowie der aktuelle Zulassungsstatus zu berücksichtigen.
Stillperiode: Terbutalin geht in die Muttermilch über.
- Anwendungshinweise
Bei i.v.-Gabe bevorzugt kontrollierte Verdünnung und langsame, überwachte Applikation; gegebenenfalls Kurzinfusion oder Perfusor.
s.c.-Anwendung
EKG, Herzfrequenz und Blutdruck überwachen; bei wiederholter systemischer Gabe auch Kalium und Laktat berücksichtigen.
Ein steigendes Laktat unter β₂-Agonisten kann eine persistierende Tachypnoe trotz rückläufiger Bronchialobstruktion erklären.
- Wechselwirkungen
Andere Sympathomimetika können kardiovaskuläre Nebenwirkungen verstärken.
Diuretika und Glukokortikoide können das Hypokaliämierisiko erhöhen.
Nichtselektive Betablocker können die bronchodilatatorische Wirkung abschwächen.