Xipamid

15.8.49. Xipamid#

Spezialitäten, Markennamen

Aquaphoril®

Xipamid ist ein sulfonamidabgeleitetes, thiazidähnliches Diuretikum mit antihypertensiver und natriuretischer Wirkung.

Wirkung
  • Hemmung der tubulären Natriumchlorid-Rückresorption mit vermehrter Ausscheidung von Natrium, Chlorid und Wasser

  • Vermehrte renale Kalium- und Magnesiumausscheidung

  • Blutdrucksenkung durch Verminderung des Extrazellulärvolumens und längerfristige vaskuläre Effekte

Indikationen
  • Arterielle Hypertonie

  • Kardiale Ödeme

  • Renale Ödeme

Kontraindikationen
  • Schwere Leberfunktionsstörung mit Präcoma oder Coma hepaticum

  • Therapieresistente Hypokaliämie

  • Schwere Hyponatriämie

  • Hypovolämie

  • Hyperkalzämie

  • Gicht

  • Schwangerschaft und Stillzeit gemäß den präparatespezifischen Angaben

Dosierung
  • Übliche orale Anfangsdosis bei Erwachsenen: 20 mg einmal täglich

  • Bei unzureichender Wirkung gegebenenfalls Steigerung bis 60 mg täglich unter Kontrolle von Elektrolyten, Volumenstatus und Nierenfunktion

  • Hypertonie 10–20 mg

  • Ödeme bis 40 mg

  • bei Niereninsuffizienz bis 80 mg (statt 60 mg)

Zu tun

Dosisbereich, zugelassene Indikationen, Einnahmezeitpunkt und gegebenenfalls indikationsabhängige Höchstdosis mit der aktuellen österreichischen Fachinformation abgleichen.

Nebenwirkungen
  • Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypomagnesiämie und hypochlorämische metabolische Alkalose

  • Dehydratation, Hypovolämie und orthostatische Hypotonie

  • Reversibler Anstieg von Harnstoff und Kreatinin, insbesondere zu Behandlungsbeginn oder bei Volumenmangel

  • Hyperurikämie und Auslösung eines Gichtanfalls

  • Muskelkrämpfe und Muskelspasmen

  • Müdigkeit, Antriebsarmut, Lethargie, Kopfschmerzen und Schwindel

  • Angst, Unruhe oder Agitiertheit

  • Mundtrockenheit und vermehrtes Schwitzen

  • Palpitationen

  • Oberbauchbeschwerden, abdominelle Krämpfe, Diarrhö und Obstipation

  • Photosensibilitätsreaktionen

  • Sehstörungen einschließlich einer akuten Myopie

  • Pankreatitis, auch hämorrhagische Verlaufsformen

  • Akute Cholezystitis

Warnung

Bei neu auftretenden Sehstörungen oder Verdacht auf akute Pankreatitis Xipamid absetzen und unverzüglich abklären. Bei ausgeprägten Elektrolytstörungen besteht ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen.

Pharmakodynamik

Xipamid hemmt die renale Rückresorption von Natriumchlorid und steigert dadurch die Diurese. Die erhöhte distale Natriumverfügbarkeit begünstigt Kaliumverluste. Die antihypertensive Wirkung ist nicht ausschließlich durch die akute Diurese erklärbar.

Pharmakokinetik

Xipamid wird oral angewendet. Die diuretische Wirkung hält über mehrere Stunden an und erlaubt üblicherweise eine einmal tägliche Gabe. Proteinbindung 99%, HWZ etwa 7 h, Wirkdauer 12–24 h.

Zu tun

Resorption, Bioverfügbarkeit, Proteinbindung, Wirkungseintritt, Wirkdauer, Eliminationshalbwertszeit und Eliminationswege anhand der aktuellen Fachinformation ergänzen.

Schwangerschaft und Stillperiode

Anwendung nur entsprechend der aktuellen Fachinformation; die ursprüngliche Monographie führt Schwangerschaft und Stillzeit als Kontraindikationen an.

Zu tun

Verbindlichen Wortlaut der österreichischen Fachinformation für Schwangerschaft und Stillzeit übernehmen.

Anwendungshinweise
  • Regelmäßige Kontrolle von Natrium, Kalium, Magnesium, Kreatinin und Harnstoff

  • Kontrolle von Blutdruck, Orthostase, Körpergewicht und Volumenstatus

  • Bei entsprechender Disposition Kontrolle der Harnsäure

  • Erhöhte Vorsicht bei älteren Patienten und bei gleichzeitiger Behandlung mit weiteren Antihypertensiva

Wechselwirkungen
  • Andere Antihypertensiva: verstärkte Blutdrucksenkung möglich

  • Arzneimittel mit arrhythmogenem Potenzial: erhöhtes Risiko bei diuretikainduzierter Hypokaliämie

  • Digitalisglykoside: erhöhtes Toxizitätsrisiko bei Hypokaliämie

  • Lithium: mögliche Erhöhung der Lithiumkonzentration

  • Nichtsteroidale Antirheumatika: mögliche Abschwächung der diuretischen und antihypertensiven Wirkung sowie Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Zu tun

Wechselwirkungen und klinisch relevante Warnhinweise anhand der aktuellen österreichischen Fachinformation prüfen und gegebenenfalls vervollständigen.