9.1.5. Gelenkstrauma: Verrenkung und Verstauchung#

Achtung

Dieser Abschnitt ist noch auf Sanitätshilfe-Niveau und muss noch inhaltlich erweitert werden! Mitarbeit ist gerne geshen. Bitte beachten Sie § 1.3.3: “Hinweise zur Mitarbeit und Einreichung von Beiträgen”.

Verstauchung, Bänderzerrung und Bänderriss#

Eine Verstauchung (Syn. Distorsion , lat. Distorsio (Dist.)) ist eine Zerrung bzw. Überdehnung des Kapsel-/Bandapparates eines Gelenks.

Bei der Verstauchung (Distorsion ) handelt es sich um eine Gelenksverletzung, bei welcher ein Knochen durch stumpfe Gewalteinwirkung kurz verschoben oder verdreht wird. Im Gegensatz zur Verrenkung springt der Knochen aber von selbst wieder in seine ursprüngliche Stellung im Gelenk zurück.

Da Gelenke durch Bänder vor unnatürlichen bzw. übermäßigen Bewegungen geschützt werden, können diese sowie die Gelenkskapsel bei einer Distorsion in Mitleidenschaft gezogen werden und bei ausreichender Gewalteinwirkung reißen.

Symptome#

Bei einer Distorsion klagt der Patient über Schmerzen im Gelenksbereich. Je nach Unfallschwere kann der Patient das entsprechende Gelenk evtl. eingeschränkt bewegen. Durch die Weichteilverletzung kommt es zu einem Anschwellen des umliegenden Gewebes und zu einem Bluterguss (Hämatom). Falls es zu einem Bänderriss gekommen ist, berichten der Patient oder die Unfallzeugen meist über ein hörbares Schnalzen.

Maßnahmen: Verstauchung#

⛑ Basismaßnahmen
  • Kleidung und Schmuck von der betroffenen Gliedmaße entfernen (Vorsicht Schwellung!)

  • Ruhigstellen

  • Hochlagern

  • Kühlen

  • Beurteilung von Durchblutung, Motorik und Sensibilität (DMS) an der betroffenen Extremität und an der Gegenseite

Verrenkung#

Eine Verrenkung (Syn. Luxation , lat. Luxatio (Lux.)) ist eine Gelenkverletzung, bei der zwei das Gelenk bildende Knochenenden aus ihrer normalen Stellung zueinander verschoben werden. Dabei kommt es meist zu Begleitverletzungen an der Gelenkkapsel bzw. den Gelenkbändern .

Die Verrenkung (Luxation ) ist eine Gelenksverletzung, bei der – im Gegensatz zur Verstauchung – der verschobene oder verdrehte Knochen nicht von selbst in das Gelenk zurück gesprungen ist. Die betroffene Extremität kann daher nicht mehr bewegt werden. Bei einer Luxation dürfen keine eigenständigen Einrenkversuche unternommen werden!

Durch das inadäquate Verhältnis zwischen Kopfgröße und Pfannengröße im Schultergelenk ist dies das am häufigsten luxierte Gelenk im menschlichen Körper. 45 % aller Luxationen entfallen auf das Schultergelenk .

Symptome#

Der Patient klagt über Schmerzen im Bereich des Gelenks, durch die Weichteilverletzung kommt es zu einer Schwellung der umliegenden Gewebe und zu einem Hämatom. Klinisch kann man eine abnorme Gelenksstellung, welche einen federnd fixierten Charakter hat, feststellen. Der Patient kann das entsprechende Gelenk nicht bewegen.

Maßnahmen Verrenkung#

⛑ Basismaßnahmen
  • Kleidung und Schmuck von der betroffenen Gliedmaße entfernen (Vorsicht Schwellung!)

  • Stellung der Gliedmaße belassen

  • Federnd fixierte Lagerung

  • Keine Einrenkversuche!

  • Beurteilung von Durchblutung, Motorik und Sensibilität (DMS) an der betroffenen Extremität und an der Gegenseite