9.1.6. Wirbelsäulen- und Rückenmarkstrauma#

Achtung

Dieser Abschnitt ist noch auf Sanitätshilfe-Niveau und muss noch inhaltlich erweitert werden! Mitarbeit ist gerne geshen. Bitte beachten Sie § 1.3.3: “Hinweise zur Mitarbeit und Einreichung von Beiträgen”.

Ein Wirbelsäulentrauma ist eine Gewalteinwirkung auf die Wirbelsäule, die zur Verschiebung, Verrenkung oder zur Fraktur von Wirbeln mit oder ohne Rückenmarkschädigung führt .

Typische Unfallmechanismen#

  • Hochgeschwindigkeitsunfall

  • Sturz ≥ 3-fache Patientengröße bzw- > 3 m

  • Penetrierende Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule

  • Sportverletzungen im Kopf- oder Nackenbereich

  • Trauma nach Sprung ins Wasser

  • Bewusstloser Traumapatient

  • Stauchungsverletzung der HWS (z. B. Schlag auf Kopf)

  • Suizidversuch durch Erhängen

Gefahren#

  • Kompression des Rückenmarks (aufgrund von Einblutungen ins Rückenmark und dadurch bedingtes Ödem)

  • Durchtrennung des Rückenmarks

  • Lähmungen (Parese)

  • Sensibilitätsstörungen (Parästhesie)

  • Schock (Neurogener / spinaler Schock)

  • Begleitverletzungen

  • Verletzung des Rückenmarks

  • Neurologische Ausfälle

  • Neurogener Schock

  • Begleitverletzungen

Schleudertrauma, Peitschenschlagsyndrom#

Schleudertraumen kommen bei Auffahrunfällen vor, insbesondere dann, wenn der Patient nicht angeschnallt war, oder die Kopfstütze fehlt. Es kommt zu einer Zerrung des Halsrückenmarks, welche sich durch Schmerzen im HWS-Bereich, Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus und evtl. neurologische Ausfälle (in schweren Fällen) bemerkbar macht.

Querschnittssyndrom#

Kommt es zu einer Druckerhöhung (z. B. aufgrund einer Blutung) im Rückenmark oder zu einer Durchtrennung des Rückenmarks können Symptome eines Querschnitts auftreten. Ein sorgsamer und vorsichtiger Umgang bei der Rettung, der Untersuchung und dem Transport des Patienten ist unbedingt notwendig. Es können folgende Symptome auftreten:

  • Ausfall von Motorik und/oder Sensibilität

  • Blutdruckabfall aufgrund fehlender Gefäßregulation

  • Schlaffe oder spastische Lähmung der Extremitäten

  • Inkontinenz aufgrund von Blasen-/Darmlähmung

  • Dauererektion (Priapismus)

Spinaler Schock#

Aufgrund des Unfalls kommt es zu einer plötzlichen Durchtrennung des Rückenmarks, wodurch die Steuerung der Gefäßregulation (und somit der Gefäßtonus) versagt. Somit sinkt der Blutdruck rasch ab, es kommt zu einer lebensbedrohlichen Kreislaufstörung. Bei einem hohen Querschnitt kann auch nervöse die Atemmuskulatur betroffen sein und es zur Atemlähmung kommen.

Maßnahmen: Rückenmarksverletzung, Verdacht#

Taktik

Immobilisation und Transport in eine geeignete Einrichtung zur Abklärung

⛑ Basismaßnahmen
  • Erkennen der Indikation zur Wirbelsäulenimmobilisation

  • HWS-Immobilisation (HWS-Schiene)

  • Bergung mit Schaufeltrage, Spineboard oder KED-System

  • Lagerung und Schienung mittels Vakuummatratze, Schaufeltrage mit Fixationsmöglichkeit oder Spineboard. Welches Hilfsmittel eingesetzt wird ist abhängig vom Patientenzustand, dem Training des Teams, internen Vorschriften und vorhandenem Material.

  • Monitoring: Achte besonders auf Störungen von Atmung und Bewusstsein, Schockentwicklung und beginnende neurologische Ausfälle.

  • Transportentscheidung: Je nach lokalen Gegebenheiten

Maßnahmen: Rückenmarksverletzung mit Symptomen#

Taktik

Zeitkritisch! Vitale Bedrohung! Zügige Bergung, Immobilisation und Transport in eine geeignete Einrichtung

Vgl. Indikation zur Wirbelsäulenimmobilisation

⛑ Basismaßnahmen
  • Bei ansprechbaren Patienten: immer HWS-Immobilisation (HWS-Schiene)

  • Bergung mit Schaufeltrage, Spineboard oder KED-System

  • Lagerung und Schienung mittels Vakuummatratze, Schaufeltrage mit Fixationsmöglichkeit oder Spineboard. Welches Hilfsmittel eingesetzt wird ist abhängig vom Patientenzustand, dem Training des Teams, internen Vorschriften und vorhandenem Material.

  • Bei Querschnittslähmung: Kennzeichnung der Sensibilitätsgrenze mit Angabe der Uhrzeit

  • Monitoring: Achte besonders auf Störungen von Atmung und Bewusstsein, sowie Schockentwicklung.

  • Transportentscheidung: Schockraum