Neurocheck

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Neurocheck#

Der Neurocheck ist eine einfache, überblickshafte (“grobe”) Untersuchung der wichtigsten Funktionen des Nervensystems. Teile des Neurochecks werden während des Einschätzungsblockes (Einschätzungsblock: 1234–ABCDE) durchgeführt.

Neurocheck#

  1. Bewusstseinslage: Für eine grobe Einschätzung ist folgende Einteilung ausreichend [1]:

    1. bewusstseinsklar

    2. bewusstseinsgetrübt (somnolent, soporös)

    3. bewusstlos

    Die Glasgow Coma Scale (GCS) erlaubt eine detailliertere Beschreibung des Bewusstseins und des Verlaufs. Vgl. Exkurs: Bewusstsein und Glasgow Coma Scale.

  2. Orientierung:

    1. zur Person (Patient kennt seinen Namen)

    2. zum Ort (Patient weiß wo er sich befindet)

    3. zur Zeit (Patient kann das ungefähre Datum, die ungefähre Uhrzeit bzw. Jahres-/Tageszeit nennen)

    4. Situation

  3. Pupillen: Begutachtung und Lichtreaktion

    1. Pupillen gleich weit (isokor)?

    2. Blickstarre (Herdblick)?

    3. Lichtreaktion: In jedes Auge zwei mal leuchten und jeweils das gleiche und das andere Auge beobachten

      Beurteilung von:

      1. Schnelligkeit der Reaktion: prompt, verzögert?

      2. Reagieren immer beide Pupillen seitengleich (isokore Lichtreaktion)?

    4. Lichtscheu und Sehstörungen?

  4. Kraftprobe: Grobe Prüfung an oberer und unterer Extremität, beurteilt wird die Kraft und die Seitengleichheit.

    1. Händedruck: Patient überkreuzt die Hände geben (bei kräftigen Patienten nur Zeige- und Mittelfinger) und Patienten bitten kräftig zuzudrücken.

    2. Pedalprobe: Mit Handflächen von unten gegen die Zehen und Vorfuß drücken und Patienten bitten dagegen zu drücken.

    3. Von oben auf die Zehen drücken und Patienten bitten die Zehen Richtung Kopf zu heben.

  5. Nackensteifigkeit: Die Nackensteifogkeit ist ein Meningismuszeichen . Der Patient liegt flach auf dem Rücken. Der Untersucher fasst den Kopf des Patienten und versucht das Kinn an die Brust zu führen. Es handelt sich um eine passive Bewegung, der Patient darf dabei nicht mithelfen. Normalerweise ist diese Bewegung ohne Probleme möglich.

    Wenn eine Nackensteifigkeit vorliegt, ist die Beugung nicht möglich und der Versuch schmerzhaft, der Patient bewegt evtl. den ganzen Rumpf mit.

    Die Bedeutung der Nackensteifigkeit wird unter meningitis besprochen. Bei jedem Patienten mit Fieber ist auf das Vorliegen einer Nackensteifigkeit zu untersuchen, jedoch nicht bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung!

  6. Blutzuckermessung: Eine Blutzuckermessung gehört zu einem vollständigen Neurocheck.

  7. Hirndruckzeichen (Hirndruckzeichen) sind eine typische Kombination von Symptomen und deuten auf eine Erhöhung des Druckes innerhalb des Hirnschädels hin (z. B. aufgrund einer Verletzung oder Blutung). Hier sind eigentlich keine neuen Untersuchungsschritte notwendig, sondern es erfolgt eine bewusste Neubewertung bereits erhobener Befunde:

    1. Übelkeit, Erbrechen

    2. Bewusstseinsstörungen

    3. Vitalwertveränderung: Niedrige Herzfrequnz, hoher Blutdruck (HF↓, RR↑)

    4. Ungleichweite Pupillen, verlangsamte Lichtreaktion

    5. Strecksynergismen

Bemerkung

Teile des Neurochecks werden während des Einschätzungsblockes durchgeführt.

Ungleiche Pupillen (Anisokorie) © Sebastian Gabriel, Ungleiche Pupillen (Anisokorie) © Sebastian Gabriel,
Enge Pupille © Sebastian Gabriel, Enge Pupille © Sebastian Gabriel,
Pupillenreaktion, Lichtscheue, Sehstörungen Pupillenreaktion, Lichtscheue, Sehstörungen
Kraftprobe an den Armen Kraftprobe an den Armen
Kraftprobe an den Beinen Kraftprobe an den Beinen
Nackensteifigkeit Nackensteifigkeit
Nackensteifigkeit Nackensteifigkeit
Blutzuckermessung Blutzuckermessung

Bilderserie: Neurocheck#